Dusty


Er kam zu uns, war ein dreiviertel Jahr,
es wollte ihn niemand, da wo er war.
Wir wollten mal schaun, für eine Nacht,
und morgens hat er vors Bett mir gemacht.
Ich wusste nun, er darf bei uns bleiben,
das kleine Knäul sollte nicht mehr leiden ...


Die Kinder wuchsen mit ihm auf,
die Katzen saßen an seinem Bauch.
Er war,  ein Freund, ein Tröster in Not,
jetzt steigen wir ein, in sein fliehendes Boot.
Er lebte mit uns, 13 Jahre voll Glück,
nun kommt seine Zeit, er möchte zurück ...♥


Jetzt liegt dein Kopf auf meinem Schoß,
braune Augen mich anschaun, flehend, groß:
Bleib bei mir, halt mich und red mir gut zu,
lass mich nicht allein und höre mir zu:
ich möchte nicht, dass sein Herz um mich weint,
wir sind doch noch immer innig vereint,
drum lass' mich gehn, lass frei mich sein,
wirst sehn, du bist nicht lange allein.


Die letzten 13 Jahre, sie waren schön,
nur jetzt, jetzt bitt' ICH dich, lass mich gehn.
Bin ein Freund euch gewesen, die ganze Zeit,
war Sommer, wie Winter für euch bereit.
Den letzten Weg, der nun vor mir ist
begleite mich, ich vergeß es dir nicht.
Die Freundschaft, die mich mit dir verband,
nennt sich Silberschnur und ist wie ein Band.


Ein Band der Liebe, für immer vereint,
auf dem Weg ins Licht, dass dann für mich scheint.
Du triffst die Entscheidung, hälst es in der Hand,
tu´ das jetzt für MICH, was uns immer verband.
Mein treuer Freund in schwerer Zeit,
hilf mir jetzt zu gehen »ich bin bereit«


Ja, du hast recht, mein lieber Freund,
du hast es immer ehrlich gemeint.


Warst nie auf uns böse, hast alles verziehn,
da wo du nun hingehst ist alles grün.
Da ist der Wald, den du so geliebt,
bestimmt auch viel Schnee, der dich dazu trieb,
herum zu rasen, durchs weisse Eis,
das dich glücklich gemacht hat und ganz weiss.


Begleit ich dich morgen, zur ewigen Ruh,
und schließ deine treuen Augen dir zu,
werd' stille sein und mich nicht schämen,
wenn rinnen salzige Tränen.

 

Und dann, wenn ich schau zum Himmel empor,
glaub' dich bellen zu hören und stelle mir vor,
wie wir an ihn – denkt er auch, es ist wahr –
an seine Familie auf Erden, wo er AUCH glücklich war

 

In liebender Erinnerung...

dein Frau`le mit Vaio und Phil

 

copyright by Isabella Rossa

 

Dusty
Dusty

 

Letzte Reise
Es ist so still, das Haus ist leer,
er durfte gehn, es war nicht schwer,
ein letztes Mal die Hand geschleckt,
die braunen Augen zugedeckt
von einem Schleier sanft umhüllt,
in seine Decke eingeknüllt.

Er ging, wie er gekommen war:
so sanft, so groß, voll Mut,

der letzte Blick, ein Lächeln fast,
es tat uns allen gut.

Ein Freund, sogar im Tode noch, hatt er an uns gedacht,
und hat durch diesen letzten Blick, es uns noch leicht gemacht.
Grad diesen Tag, die Sonne scheint,
der Wind er weht, hat er sich rausgesucht,
als hätte er beim Lieben Gott
die Reise schon gebucht.

Du lieber Freund, wir lieben dich,
viel Spass auf deiner Reise,
und schick uns mal, ganz wie du willst,
einen Gruss auf deine Weise.
Dort wo du hingehst, weißt es ja,
dort bist du nicht allein,
der große Bruder holt dich ab
um dann mit dir zu sein.

Nun machs mal gut, wir sehn uns dann
und gib gut auf dich acht,
am Himmel dann, heut abend schon,
sehn wir dich in der Nacht.
Die Freiheit, die du so geliebt,
nun hast du sie gefunden,
viel Glück, mein Hund,
ich bleibe dir für alle Zeit verbunden.

In liebender Erinnerung...
dein Frau`le mit Vaio und Phil
 
copyright by Isabella Rossa